„Wismarer Gesichter“ ab morgen im Handel

Können Sie sich vorstellen, dass mir dieses Projekt manch eine schlaflose Nacht bereitet hat? Jede Woche habe ich Sie, liebe Leserinnen und Leser des Wismarer Anzeigers, kurzzeitig in Wismars Geschichte entführt, habe versucht, die großen und kleinen Söhne und Töchter unserer Stadt für Sie lebendig werden zu lassen. Manchmal ist ein Artikel erst kurz vor Redaktionsschluss fertig geworden – wie zum Beispiel beim Hochschulbegründer Robert Schmidt, der dank Tippfehler auf einmal mehr als 130 Jahre alt wurde. Und ich musste ja auch immer das Thema der kommenden Woche zumindest so weit aufbereitet haben, dass ich Ihnen das Warten bis zum nächsten Teil mit einer witzigen Vorankündigung schmackhaft machen konnte. Wie viel Arbeit im Archiv, im Internet und vor dem heimischen Computer drin steckt? Keine Ahnung. Manchmal mehr, manchmal weniger. Bei Herzogin Sophia hatte ich schlaflose Nächte, habe dann erst im Internet den richtigen Hinweis gefunden. Zum Glück haben einige größere Archive Teile ihres Bestandes online zum Blättern! So brauchte ich nicht nach Schwerin oder Rostock fahren, sondern konnte, wie immer, nachts vorm Computer arbeiten. Schier zur Verzweiflung haben mich zwei Herren – die Generäle Wrangel – getrieben. Denn die Historiker gingen mit dem Namen freizügig um und überließen es oftmals dem Betrachter, welcher General nun gemeint war. So wollte ich erst nur über Helm Wrangel schreiben, bevor ich dann gemerkt hatte, dass ich unbeabsichtigt die Hälfte des Artikels dem älteren Onkel gewidmet hatte. Also noch mal von vorne. Oder Lina Vagt, die zwar selbst als Schriftstellerin viel geschrieben hat, aber über die nicht viel herauszubekommen war. Der Hinweis, „zwischen den Zeilen zu lesen“, kam aus dem Archiv. „Solange sie noch im Adressbuch auftaucht, war sie unverheiratet“, wusste Martina Pyl. Wieder ein Puzzlestück mehr.

Und nun halte ich das erste Exemplar meines ersten Buches in den Händen. Ein eigenartiges Gefühl, glauben Sie mir. Ob mich jemand angesichts des Bildes auf der Rückseite wieder erkennt beim Bäcker oder auf dem Spielplatz? Ab morgen, wenn der Drucker so schnell ist, wie versprochen, gibt es das gut 100 Seiten starke Buch für 12,50 Euro in der Wismarer Weiland-Filiale. Fast 100 Exemplare wurden schon vorbestellt – ich hoffe, Ihnen gefällt mein erstes Buch. Und ich hoffe, dass es nicht mein letztes sein wird. Denn eigentlich gibt es mindestens noch mal 25 Wismarer Persönlichkeiten, über die es wert wäre zu schreiben und zu lesen. Aber erstmal bereite ich die große Lesung vor – wieder schlaflose Nächte, nicht nur vor Aufregung. Am 16. November 2006 um 19.30 Uhr darf ich Sie herzlich ins Mältzhaus in der Mecklenburger Straße 22 einladen. Die Eintrittsspende von 2 Euro kommt einhundertprozentig der Restaurierung des Mevius-Epitaphs in St. Nikolai zu Gute. Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, meine Serie verfolgt haben, wissen Sie auch, wer Mevius war!

Mit herzlichen Grüßen, Ihre Nicole Hollatz